From f982a5621bfed646ce71fcf7aeeca71ef4ae55c1 Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: WriterV2 Date: Sun, 4 Aug 2024 10:07:08 +0200 Subject: Purge --- docs/index.html | 59 ---- docs/stories.html | 111 -------- docs/stories.js | 28 -- docs/stories/aufbruch_und_abbruch.html | 342 ----------------------- docs/stories/aufbruch_und_abbruch.pdf | Bin 88935 -> 0 bytes docs/stories/das_schweigende_spiegelbild.html | 76 ----- docs/stories/das_schweigende_spiegelbild.pdf | Bin 48296 -> 0 bytes docs/stories/mit_gutem_gewissen.html | 194 ------------- docs/stories/mit_gutem_gewissen.pdf | Bin 59468 -> 0 bytes docs/stories/the_fallen_dragons_of_bavaria.html | 107 -------- docs/stories/the_fallen_dragons_of_bavaria.pdf | Bin 71284 -> 0 bytes docs/stories/wege_zum_tod.html | 351 ------------------------ docs/stories/wege_zum_tod.pdf | Bin 86065 -> 0 bytes docs/style.css | 268 ------------------ docs/style.css.map | 1 - 15 files changed, 1537 deletions(-) delete mode 100644 docs/index.html delete mode 100644 docs/stories.html delete mode 100644 docs/stories.js delete mode 100644 docs/stories/aufbruch_und_abbruch.html delete mode 100644 docs/stories/aufbruch_und_abbruch.pdf delete mode 100644 docs/stories/das_schweigende_spiegelbild.html delete mode 100644 docs/stories/das_schweigende_spiegelbild.pdf delete mode 100644 docs/stories/mit_gutem_gewissen.html delete mode 100644 docs/stories/mit_gutem_gewissen.pdf delete mode 100644 docs/stories/the_fallen_dragons_of_bavaria.html delete mode 100644 docs/stories/the_fallen_dragons_of_bavaria.pdf delete mode 100644 docs/stories/wege_zum_tod.html delete mode 100644 docs/stories/wege_zum_tod.pdf delete mode 100644 docs/style.css delete mode 100644 docs/style.css.map (limited to 'docs') diff --git a/docs/index.html b/docs/index.html deleted file mode 100644 index 0aa4ad7..0000000 --- a/docs/index.html +++ /dev/null @@ -1,59 +0,0 @@ - - - - - Home - Vithuran Vishnuthas - - - - - - - -
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- Vithuran Vishnuthas -
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About Me

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Skills

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  • Spoken Languages: German, English, Tamil
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  • Programming Languages: Rust, Python
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  • Interests: Software development, writing
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Education & Work

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  • 2010 - 2018: Abitur - Maria-Theresia-Gymnasium Munich
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  • 2022 - ?: Software development apprenticeship at Dontenwill AG
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- Vithuran Vishnuthas -
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My Stories

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-Despite my linguistic difficulties to express myself, my love for story telling is present in a few mediums. Most of my writings are German and somewhere on the fantasy-magical realism spectrum. Feedback and criticism is welcomed! -

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- Vithuran Vishnuthas -
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Aufbruch und Abbruch

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Meine erste Quest stand vor der Tür. Lange hatte ich darauf gewartet -mit der dreistufigen Heilkunst dem jahrelangen Krieg gegen das -Aussterben der regionalen Drachenarten beizutreten. Schon immer war ich -fasziniert von diesen mysteriösen Kreaturen, die im Stadtkreis -Franzreich leider kaum noch zu beobachten sind. Mit Ehrgeiz und -Leidenschaft eignete ich mir das Wissen, die Fähigkeiten und jedes -notwendige Puzzleteil an. Vorerst musste ich mich noch bei der Gilde für -Heilkünstler anmelden.

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Die zentrale Arbeitsverwaltungsstelle befand sich zum Glück direkt -gegenüber meiner Universität, also zehn spontane Minuten südlich von -mir. Natürlich bereitete ich mich sorgfältig vor und sicherte mir eine -Woche vorher jeweils zwei Kopien für alle Nachweise in einer akademisch -anerkannten Feendruckerei in der Nähe. Außerdem zog ich mir stolz die -schwarze Ganzkörperrüstung an, die mir einer meiner verstorbenen -Heilkunstmeister geschenkt hatte. Ausgerechnet an diesem Tag war der -kürzeste Weg aufgrund eines Streiks gegen den Franzreicher -Drachenverband blockiert. Dementsprechend musste ich einen Bogen um das -Gebiet des Streiks machen, um letztendlich über den südlichen Eingang -reinzukommen. Die Menschenmenge war wütend und laut.
-»Tötet die Drachen! Tötet das Böse!«, sangen sie empört im Marschtempo. -Meistens waren es Kinder und Enkelkinder von den Opfern der -Drachenattacken vor Jahrzehnten, weshalb ich hitzige Diskussionen mit -ihnen stets vermied. Teilweise verstand ich auch das entfachte Feuer. -Der Stadtrat konnte sich die geplanten Mittel für die Unterstützung -aller regionalen Drachenstämme nicht leisten. Der Verband, der für diese -Entscheidung gekämpft hatte, unterstützte den Rat bei diesem Vorgehen -lediglich mit einem irrelevant kleinen Beitrag. Nun waren anderweitige -Abzüge geplant, die das Leben aller Menschen hier gefährdete. Die -zahlreichen Baustellen auf der Hinterseite dieses Denkmals unterstrichen -diese Gefahr. Manche von ihnen sind älter als ich und bei der Intensität -der Demonstrationen konnte die Hinterseite jederzeit einbrechen. Die -Schreie auf der anderen Seite konnte man vermutlich selbst außerhalb der -Stadt noch hören. Die nervigen Glockenschläge ließen vermuten, dass -immer mehr Aufsichtspersonen dazu kamen und das war noch nie ein gutes -Zeichen. Doch selbst bei diesem Chaos versammelten sich Touristen aus -jeder Ecke unserer Welt vor dem Eingang des riesigen Bauwerks und -staunten wortlos. Von vorne war das von der antiken Feenarchitektur -inspirierte Komplex aus überwiegend Gotenrot-Granit auch für einen -gebürtigen Franz wie mich überwältigend. Auch die Verdopplung der Zeit, -die ich zum Standort gebraucht hatte, ruinierte mir die Vorfreude nicht. -Endlich war es soweit!

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Drinnen stellte ich mich in der Hitze an der Schlange zur Rezeption -an. Ob mit oder ohne Termin, mit oder ohne Vorwissen, mit oder ohne -Beschäftigung im Gebäude, musste sich jeder Besucher der vierundachtzig -Bereiche auf den neunzehn Etagen verteilt an der zentralen Meldestelle -in der ersten Etage anmelden. Die Bereiche selber konnten zusätzlich -ihre eigene Bereiche in den Weg stellen. Zumindest waren die großen -Fenster offen und auch aufgrund der Größe der Halle war frische -Luftzufuhr kaum ein Problem. Die Schlange in ihrer Länge würde vertikal -mit Sicherheit die Höhe des riesigen Gebäude übertrumpfen. Alle paar -Minuten bewegten wir uns alle einen Schritt vor. So verging bereits eine -halbe Stunde. Doch ich konnte die Wartezeit mit einem raus gerissenen -Zeitungsartikel über die Forschung der vierstufigen Heilkunst -verringern, wobei ich ehrlich gesagt aufgrund der Unruhe im Haus im -ersten Absatz hängen geblieben bin. Nebenbei jammerte die ganze Zeit ein -älterer Herr vor mir über den teuflischen Ursprung der Drachen. Er -spuckte große Töne wie er alleine alle Diener des Teufels vertreiben -könnte. Der Streit des Ehepaars hinter mir machte es nicht erträglicher. -Manchmal standen eben fade Hindernisse auf dem Weg zum Traumberuf und -jeder Franz, vielleicht auch jeder Mensch, musste damit leben.
-»Ja. Bitte?«, begrüßte mich eine erschöpfte Stimme als ich erleichtert -vorne angekommen war. Ich schüttelte mir meine Frust ab auf die -Hoffnung, dass es hiernach schnell ginge.
-»Guten Tag. Ich möchte mich bei der Gilde für Heilkünstler anmelden«, -sagte ich.
-»Welche Art?«, fragte sie routiniert.
-»Heilkunst für Drachen«, antwortete ich. Ihr grimmiger Blick verriet mir -ihre Meinung über meinen zukünftigen Beruf. Das war ich gewohnt. Sie -schob mir ein Blatt mit einer grünen Feenfeder zu.
-»Name. Geburtsdatum. Unterschrift«, sagte sie und fing an ihre dutzende -Schubladen zu durchstöbern. Dies erledigte ich schnell. Da sie noch -nicht bereit war, las ich sicherheitshalber den Inhalt des Dokuments -durch, was im Endeffekt nur die Speicherung des Protokolls, das ich -ohnehin nicht ablehnen konnte, beinhaltete. Während sie in einen anderen -Raum verschwunden war, überprüfte ich nochmal meine Unterschrift -gelangweilt und verzierte sie mit fehlgeschlagenen Korrekturen.
-»Da haben wir es endlich«, schnaufte sie. Nach ein paar Kreuzen auf den -drei Skripten überreichte sie mir diese.
-»Erster Raum links in der dreizehnten Etage«, befahl sie mir und wand -sich an die nächste Person. Dies überraschte mich, da ich bei meinen -vergangenen Ausflügen gelernt hatte, dass sich die wichtigsten Räume für -die Heilkünstler Gilde in der zweiten Etagen befänden. Ich hatte vor, -sie zu bitten meine Unklarheiten aufzuklären. Nur war sie bereits im -nächsten Gespräch vertrieft und ignorierte mich. Die erschreckend -erstreckende Schlange stimmte ihrer Entscheidung zu.

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Dreizehn mal dreißig Treppenstufen ging ich schwitzend hoch und las -mir dabei die Skripte für das Personal durch bis es anfing durch die -Fenster zu regnen. Zunächst klang ein Gewitter nicht weit entfernt bis -ich feststellen musste, dass es in Wirklichkeit Explosionen bei den -Demonstrationen waren. Bevor ich in meine Verzweiflungen über den Weg -nachhause versinken konnte, betrat ich oben angekommen einen winzigen -Raum, der überraschenderweise leer gewesen ist. Selbst an der Theke -stand niemand. Ich überprüfte nochmal den Raumnamen und es sollte der -richtige Ort sein.
-»Komme gleich!«, rief jemand aus dem gegenüberliegenden Zimmer. Der -junge, offensichtlich überforderte Mann, der in seinem Schweiß duschen -durfte, kam schnell zu mir angerannt.
-»Heilkunst für Klein-und Mitteldrachen? Richtig?«, fragte er. Ich haute -mir auf die Stirn mit einer bösen Vorahnung beim Klang des von ihm -erwähnten Zusatzes und bestätigte seine Vermutung.
-»Ich bitte um Verzeihung. Sie finden die Anmeldung der Heilkünstler für -Klein-und Mitteldrachen in der zweiten Etage ganz hinten rechts«, sagte -er und nahm sich Luft, um Genaueres zu erklären, konnte allerdings an -meiner Reaktion ablesen, dass ich mir der Problematik bewusst geworden -bin. Ich bedankte mich bei ihm und machte mich auf den Weg runter.

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Vor hunderten Jahren unterschied man zwischen dem Zweig der -vollständig anerkannten Heilkünstler für Drachen und dem für Klein-und -Mitteldrachen. Letzteres beschränkte sich auf kleinere, weniger riskante -Aufträge, eigentlich unabhängig von der Größe der Drachen, und machte -den Beruf mit niedrigeren Gebühren zugänglicher. In der Praxis wurde -diese Unterteilung nach Ende des Kriegs durch das Stufensystem ersetzt, -welches eine stets an den wissenschaftlichen Fortschritt gebundene -Bewertung der Kompetenzen ermöglichte. Akademisch sind beide Zweige -weiterhin vorhanden. Jedoch unterscheidet sich der Stoff kaum, weswegen -sich, mit der Ausnahme von einigen Reichen mit einer Allergie gegen arme -Menschen, keiner für den teuren Weg entscheidet und kaum noch eine -Universität diesen anbietet. Im alltäglichen Sprachgebrauch wird der -Zusatz für Klein-und Mitteldrachen weggelassen. -Nichtsdestotrotz hätte ich besser aufpassen müssen. Ich war enttäuscht -von meiner Dummheit, die mir eine handvoll Zeit kostete.

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Meine Kleidung unter der Rüstung war durchnässt vom Schweiß und ich -konnte nicht mehr klar denken. Wieder beschuldigte ich mich selber für -die Wahl meiner Kleidung. Der richtige Raum war nicht viel größer und -zum Glück nicht allzu weniger leer. Wenigstens konnte ich mich auf eine -bequeme Bank hinsetzen, nachdem ich einem Mitarbeiter die Skripte -überreichte und im Gegenzug ein Los mit der Zahl dreizehn erhielt.
-»Du, langsam habe ich keine Geduld mehr. Bei den Brüdern hatte ich -keiner dieser nervigen Prozesse«, meckerte ein erschöpfter Bube, etwa in -meinem Alter, zu seinem etwas älteren Kollegen.
-»Sag das doch nicht so laut, du Dummkopf«, flüsterte der Andere. Darüber -sollte man sich tatsächlich nicht in der Öffentlichkeit unterhalten. Die -Drachenbrüder Gemeinschaft ist eine kriminelle Organisationen, wenn -nicht sogar eine kleine Streitmacht, mit dem Ziel den Frieden zwischen -Drachen und Menschen zu etablieren. An sich teilte ich diesen Gedanken, -doch alle Verfechter dieser Harmonie mit Drachenattacken umzubringen, -erschien mir nicht sinnvoll. Auch wenn jede Menge offensichtliche Lügen -über sie verbreitet wurden, hielt ich immer einen großen Abstand zu -ihnen. Einzig und allein mein bester Freund, der erst vor kurzem einen -hohen Rang bei den Brüdern erhielt, war mein Draht zu ihnen. Beinahe -wäre unsere Freundschaft an seiner Entscheidung gebrochen. Wenn man sich -aber erstmal in diese Dunkelheit verirrte, konnte man es schwer hinaus -schaffen, weshalb die beiden sofort meinen Respekt gewannen.
-»Dreizehn«, rief die Dame an der Theke. Das war meine Zahl. Es war mir -etwas unangenehm vor den zwei, die schon vor mir hier waren, aufgerufen -zu werden. Ich überlegte mir, ob ich mich bei ihnen entschuldigen oder -gar ihnen den Vortritt überlassen sollte. Letztendlich habe ich beschämt -versucht ihre Blicke zu ignorieren.
-»So. Grüß Gott«, begrüßte sie mich oder auch nicht und überflog zunächst -die drei Skripte, die eigentlich für jeden Bewerber hier gleich sein -sollten, doch mit Sicherheit hatte eine Überprüfung gute Gründe. Im -Grunde zählten die Papiere nur die Voraussetzungen für die Anmeldung und -die notwendigen Beweise auf, geschmückt mit einigen ausführlichen -Wiederholungen, um juristischen Fallen auszuweichen.
-»Dürfte ich Sie bitten mir Ihr Zeugnis vorzulegen?«, fragte sie mich -nett. Meine Dokumente waren zum Glück in Ordnung. Die paar Taler mehr -für die wasserfaste Glasur in der Feendruckerei scheinen sich gelohnt zu -haben. Ich legte direkt alle vor, sodass sie sich nacheinander das -nötige selber nehmen konnte.
-»Bitte erstmal nur das Zeugnis«, sagte sie. Die beiden Ex-Drachenbrüder -da hinten kicherten. Beschämt nahm ich alle zunächst irrelevanten -Dokumente zurück.
-»Die korrekte Bewertung für meine Tempomathematik Leistungen steht am -Ende des Briefs der Prüfungskommission. Da wurde ein Fehler erst nach -der Zeugnisvergabe gefunden«, erklärte ich als sie beim Anblick meines -Zeugnisses für die dreistufige Heilkunst verwirrt grübelte.
-»Aha. Ja, das macht Sinn«, sagte sie, ehe sie am Ende des Briefs -angekommen wieder eine Hürde bemerkte, die ich ebenfalls erwartet -habe.
-»Es tut mir leid, aber wir haben hier ein Problem. Sehen Sie?«, fragte -sie mich und zeigte auf das Datum im Stempel, welches nicht mit dem oben -in der Kopfzeile vermerkten Datum übereinstimmte.
-»Das habe ich sogar in der Universität angemerkt als ich den Brief -erhalten habe und sie hatten mir versichert, dass dies kein Problem -sei«, antwortete ich schnell.
-»Sicher wird sowas hier und da mal übersehen. Aber ich kann das leider -nicht durchgehen lassen. Wir sind ja hier keine kriminelle Bande«, -merkte sie lachend an und schielte dabei zu den beiden Jungs -hinten.
-»Wir können es so machen. Ihre Universität ist ja gleich nebenan. Ich -schreibe kurz einen Brief, den sie am besten jetzt direkt dort abgeben -und sobald sie die Korrektur mit einem validen Datum erhalten haben, -können Sie sich wieder hier melden«, schlug sie vor und schaute auch -dabei nicht mir in die Augen, sondern erneut zu den ehemaligen -Drachenbrüdern. Ich nickte schweigend, weil ich nicht anders wusste. -Musste ich unbedingt das Opfer in diesem idiotischen Kräftemessen sein? -Sie verschwand in ein Hinterzimmer und wieder vergingen sinnlose -Minuten. Mir waren die Gründe für diese absurd ineffiziente Prozesse -durchaus bewusst. Gerade in einer solch lebendigen Umgebung wie -Franzreich konnte man nicht auf einfache Wege ausweichen. Doch langsam -fühlte ich mich veräppelt. Ich war mir hunderprozentig sicher, dass -dieses doofe Datum ohne die Anwesenheiten der beiden Jungs kein -Stolperstein gewesen wäre. Eine Weile später kam die Frau zurück mit -einem entsetzten Blick.
-»Es tut mir leid. Wirklich, es tut mir vom Herzen leid. Wir haben keinen -Feenstaub mehr. Könnten Sie sich bitte noch ein wenig gedulden bis der -Nachschub kommt?«, fragte sie. Ich sammelte verstummt meine Dokumente -ein, wartete eine ganze Stunde und erst nachdem die beiden Knaben nach -einer hitzigen Diskussion wütend den Raum verließen, bekam ich den Brief -zu Händen. Ich stampfte raus und gewährte keiner Entschuldigung Zutritt. -Wie ich die Universität nun erreichen sollte, war mir nicht bewusst. Ich -musste mir das Geschehen erstmal mit den eigenen Augen ansehen.

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Der Rauchqualm, der warme Regen und die zahlreichen blutigen -Körperteile auf der ganzen Straße verteilt ekelten mich an. Draußen -hatte sich die Lage überhaupt nicht beruhigt. Im Gegenteil, der Weg zur -anderen Straßenseite musste zusätzlich mit Gitter abgesperrt werden. -Unsere beliebte kompetente Stadtaufsicht hatte keine Kontrolle mehr. -Gewalt war die letzte und wie immer die einzige Option. Langsam -entwickelte sich eine primitive Schlacht auf engsten Raum. Spitze Pfeile -und aus Dreck geformten Bälle flogen in alle Richtungen. Schwerter -schlitzten Arme und Beine auf. Blut bekleckerte die weißen Kleider. Dies -geschah nicht zum ersten Mal und Mitleid hatte ich für keinen dieser -Sturrköpfe, ganz egal ob sie nun weiße Mäntel oder graue Helme trugen. -Sie alle versuchten die Verlierer und Opfer dieser Schlachten zu sein, -um ihre Richtigkeit zu stärken. Mutig und erbärmlich waren diese -Parteien. Nichtsdestotrotz grenzte diese Auseinandersetzung diesmal in -ihrem Ausmaß an einem Bürgerkrieg. Geduldig wartete ich ab bis sich eine -winzige Lücke ergab. Ich klaute mir den großen Schild einer gefallenen -Aufsichtsperson und meine Rüstung hatte ich bereits an. Langsam, sicher -und nicht allzu auffällig stoß ich mich vor. Einfach war es auf keinster -Weise. Ich hatte keine Kampferfahrungen. Meine Verzweiflung führte mich -zu diesem dummen Weg und zurück konnte ich nicht mehr. Manche -geschwächte Körper schubste ich weg und hier und da war eine Faust -notwendig. Als schließlich ein hochrangiger Kommandant meine -Verteidigung mit einer großen Axt durchbrach, spürte ich im nächsten -Moment einen Schlag mit einer Keule auf meinen Hinterkopf. Der -Angreifer, von der Stimmung angesteckt, schlug weiter auf mich bis er -eine neue Beute fand. Am Boden liegend sah ich sowohl die Demonstranten, -als auch die Aufsicht, über mir. Ich sah die Erinnerungen meines kurzen -Lebens und meinen hartnäckigen Weg zu meinem Traum vor mir. Was niemand -kommen sah war das Wildtier mit dem gefürchteten Horn. Gefühlt platzten -in einem einzigen Augenblick eine handvoll blutgefüllte Ballons auf. Ein -seltener Drache, der aufgrund seines Gewichts, nicht fliegen konnte, -stürmte auf die Straßen, stoß dutzende Männer und Frauen weg und -durchschlitzte meine linke Schulter mit seiner spitzen silbernen -Jagdwaffe auf der Schnautze. Die Silberspitzbestie zog mich mit zurück -zum Eingang der Arbeitsverwaltungsstelle und bewahrte mich vor meinen -fast sicheren Tod. Das Adrenalin verdrängte meinen Schmerz als ich -zusehen musste wie weitere Drachen, die wir nur aus Bücher kannten, alle -Hindernisse durchmätzelten. Diese Überraschung zwang die dummen Menschen -zur temporären Beilegung ihrer Konflikte. Sie trugen nun alle rot und -gemeinsam konnten sie der doch kleinen Gruppe an Drachen jede Menge -Schaden anrichten. Die Silberspitzbestie fiel zu Boden und blutete aus -den großen gelben Augen. Ich befreite mich aus der Spitze und beschützte -als Schwächlich naiv das Tier vor weiteren Angriffen. Aus dem nichts -umrahmten uns einige Rauchbomben. Tatöwierte schwarzgekleidete Soldaten -stürmten das Schlachtfeld. Dass die Drachenbrüder hinter diesem Angriff -standen, sollte keine Überraschung sein. Sie ermöglichten mir und der -Bestie die Flucht.

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Unabhängig von unseren politschen Differenzen, half ich ihnen das -große Tier in das Foyer der ersten Etage zu schleppen. Vor Angst -zappelte es unaufhaltbar rum. Die Bürger liefen panisch weg. Einer der -tatöwierten Krieger nahm eine Flasche mit einer blauen Flüssigkeit aus -der Tasche und ohne groß zu überlegen warf ich ihm diese aus der Hand -weg.
-»Bist du verrückt? Daran würde jeder Drache sterben. Das weiß man doch«, -schimpfte ich, bevor ein weiterer Drachenbruder mich auf den Boden warf -und anschließend meine blutende Schulter genauer anschaute.
-»Das ist für dich, du Schlaumeier«, lachte mich eine bekannte Stimme -aus. Mein bester Freund, versteckt hinter der Maske, die einen -Drachenbruder-General kennzeichnet, schüttete mir ein paar Tropfen von -einer weiteren Flasche mit Himmelfeuersaft in den Mund. Dieser Trank -wurde aufgrund der extremen Suchtgefahr in allen Kreisen der Welt -gebannt, doch in kriegerischen Zeiten galt es als eine Geheimwaffe der -Menschen gegen die Drachen. In wenigen Sekunden war mein Körper betäubt -durch den Trank, der einen Drachen zum Tode erhitzen konnte.
-»Während du hier operiert wirst, kannst du uns ja mit deinen -akademisch anerkannten Heilkünsten beraten wie wir unseren -großen Feund retten«, schlug der General vor. Zwei der drei Brüder, die -sich um meine Schulter kümmerten, waren ausgerechnet die beiden Knaben -bei der Anmeldung vorhin. In meinem Zustand hatte ich nicht wirklich -eine Entscheidungsfreiheit. Mein bester Freund und seine Kollegen waren -nicht dumm, sogar überaus kompetent mit mehr Praxiserfahrungen als ich. -Dennoch respektierten sie mein Wissen genug, um meine Anweisungen ohne -Wiederworte zu befolgen. Gemeinsam stoppten wir die Blutung. -Nichtsdestotrotz bedarf es sicherheitshalber die dritte Heilstufe, um -der Silberspitzbestie eine gesunde Zukunft zu verschaffen. Hierfür -brauchte ich meine eigene Hände, um schnellstmöglich meine Gedankenzüge -verstehen und umsetzen zu können. Wir warteten eine kurze Zeit, in der -die Wirkung des Saftes nachließ und die Brüder mir keine Chance gaben, -mich von den Auseinandersetzungen mit den Mitarbeitern der -Arbeitsverwaltungsstelle, ablenken zu lassen. Meine Nervösität ließ mich -zittern als es soweit war. Zum ersten Mal wand ich die dritte Heilstufe -an einem lebendigen Lebewesen an. Das schwache Schnaufen des Drachens -und die gelben Augen, die in meinen Augen nach einer gesunden Zukunft -sehnten, gaben mir die notwendige Mut. Mit Bedacht und höchster -Konzentration bearbeitete ich die Augenlider mit Messern, die nicht für -diese Anwendung ausgerichtet waren. Ob die Verfechter der Drachen für -einen kurzen Moment Empathie für diese Kreatur lernten oder durch die -Freunde der Drachen verstummt wurden, wusste ich nicht. Jedenfalls war -es ruhig im Saal. Nur das Schnaufen des Tiers und die partikelgenauen -Messerstiche warfen abwechselnd einen Schall hin und her bis die Bestie -in einen tiefen Schlaf fiel. Die Akademie hatte mich nicht auf die -Emotionen vorbereitet, die ich empfand als am nächsten Morgen nach einer -teilweise schlaflosen Nacht die große raue Zunge der Silberspitzbestie -mein Gesicht liebevoll abschleckte. Ein Mitglied der Gilde für -Heilkünstler war ich nicht. Aber mit dem Wissen und den Kenntnissen, die -meine Meister und Vorbilder mir lehrten, rettete ich ein Leben. Auch die -Brüder teilten das Glück mit mir und zunächst boten sie mir eine -Goldbelohnung an, das ich ablehnte. Wenn auch mit Sicherheit mein bester -Freund sich diese Entscheidung erhoffte und mich dazu trieb, bin ich -eigenwillig am ersten Tag des modernen Franzreicher Bürgerkriegs, einen -Tag nachdem ich einer Kreatur Leben gab, die daraufhin im nächsten Jahr -tausenden Menschen das Leben nahm, zu einem Heilkünstler für Drachen bei -den Drachenbrüder geworden. Auch meine loyalsten Zellen bezweifeln -nicht, dass ich damit meine moralischen Idealen hinterging. Ich habe -mich aber nicht in die Dunkelheit verirrt. Nein, ich bin aus dem -Labyrinth ausgebrochen.

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- - - - - - diff --git a/docs/stories/aufbruch_und_abbruch.pdf b/docs/stories/aufbruch_und_abbruch.pdf deleted file mode 100644 index 482c388..0000000 Binary files a/docs/stories/aufbruch_und_abbruch.pdf and /dev/null differ diff --git a/docs/stories/das_schweigende_spiegelbild.html b/docs/stories/das_schweigende_spiegelbild.html deleted file mode 100644 index 6601111..0000000 --- a/docs/stories/das_schweigende_spiegelbild.html +++ /dev/null @@ -1,76 +0,0 @@ - - - - - Das schweigende Spiegelbild - Vithuran Vishnuthas - - - - - - - -
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- Vithuran Vishnuthas -
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Das schweigende Spiegelbild

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Er stoß die Tür zu, stampfte wütend die knirschende Holztreppe runter -und in seinem kleinen Keller angekommen starrte er mich an. Die frischen -Blutflecken auf seinem weißen Anzug verstummten mich. Auf seinem blassen -vertrockneten Gesicht flossen die Tränen ununterbrochen in Bahnen -runter, nachdem der Weg jahrelang blockiert gewesen war. Hinter seinen -Augenringen konnte man die normalerweise großen schwarzen Pupillen kaum -noch erkennen. Ich sah aber genug, um den Hilfeschrei zu hören. Er trat -gegen den Trinkbrunnen, warf Möbeln um und schlug kräftig das -Kellerfenster zu, um den Lärm der wütenden Meute draußen auszuschalten. -Nun war es still, doch innerlich war es ihm immer noch zu laut. Flammen -loderten in ihm. Er pustete nur einmal das Scheitholz im Kamin an, -rückte seinen roten Sessel zu mir und versuchte sich zu entspannen mit -dem warmen Duft der Birke in der Nase. Auch das aggressive Klopfen an -der Wohnungstür oben versuchte er zu ignorieren. Er zwang seine -Mundwinkel zu einem Lächeln hoch.
-»Du bist noch da für mich, oder?«, fragte er mich. Ob ich für ihn noch -da bin? Ich wusste das nicht. Der Mord unserer schwarzen Katze war -unverzeihbar. Ich musste kein Wort sagen, um ihn meine Gefühlslage -verstehen zu lassen. Sogar seine Hände hassten ihn. Diese langfingrigen -Bestien zogen an seinen grauen Haaren so lange bis sie einen Haarschopf -herausreißen konnten. Anschließend zerkratzten sie ihm die Augen bis er -nur noch Blut weinte. Trotzdem grinste er weiter.
-»Du solltest öfter lächeln«, sagte man ihm ständig. Nur die Katze und -ich wussten wie schwer ihm die Suche nach einem ehrlichen Lächeln fiel. -Ich fragte mich, ob die Katze ihm an meiner Stelle vergeben hätte. Er -schüttelte den Kopf.
-»Kannst du mich an ihrer Stelle schlagen?«, fragte er mich. Es stand ihm -ins Gesicht geschrieben, dass sein Durst nach Schmerzen nicht gestillt -war. Ich konnte ihm nichts anrichten. Er fing an zu zittern und -plötzlich schlug er sich selber zusammen als würden diese Hände wem -anders gehören. So habe ich mir das Ende nicht vorgestellt. Ich wurde -vor Wut blutig rot.
-»Mach doch etwas! Bring mich endlich um!«, schrie er mich an. Nein, ich -wollte ihn aufhalten. Was sollte ich tun? Ehe ich reagieren konnte, trat -er auf mich ein. Ich konnte mich nicht wehren. Ich dachte an seine -Freunde und seine Familie. Sie wussten nichts vom Monster, welches er in -sich versteckt hielt. Ich musste ihn aufhalten, um den Stich ins Herz -der Menschen, die wir beide liebten, zu verhindern. Doch auch als er -schließlich mit einer Scherbe des kaputten Spiegels seine Kehle -aufschlitzte, habe ich beschämend geschwiegen.
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- - - - - - diff --git a/docs/stories/das_schweigende_spiegelbild.pdf b/docs/stories/das_schweigende_spiegelbild.pdf deleted file mode 100644 index a181229..0000000 Binary files a/docs/stories/das_schweigende_spiegelbild.pdf and /dev/null differ diff --git a/docs/stories/mit_gutem_gewissen.html b/docs/stories/mit_gutem_gewissen.html deleted file mode 100644 index aeb0205..0000000 --- a/docs/stories/mit_gutem_gewissen.html +++ /dev/null @@ -1,194 +0,0 @@ - - - - - Mit gutem Gewissen - Vithuran Vishnuthas - - - - - - - -
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- Vithuran Vishnuthas -
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Mit gutem Gewissen

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Es war an einem kalten Winterabend als mein alter Freund mit den -leuchtend blauen Augen das letzte Mal das Grab seiner Geliebten mit -Tränen begoss. Sein Herz war abgebrannt. Es war kalt und unbewohnbar. -Dennoch blieb es das Zuhause von Rina. Leon und ich wollten sie niemals -gehen lassen. Zumindest dachte ich, dass wir einer Meinung waren. Nach -ihrem grauenvollen Tod war Leon in Trauer und Wut gefangen. Ich fing an, -ihn durch die schönsten Erinnerungen seiner Liebsten zu begleiten. -Nächte, an denen sie nur sich gegenseitig hatten, heilten seine Wunden. -Er wäre zu gerne bis zum Ende seines Lebens in seinen Träumen weiter -gewandert. Einer der Mitarbeiter tippte Leon an und deutete ungeduldig -auf die Uhrzeit.
-»Ich werde dich rächen, Rina«, flüsterte Leon bevor er sich auf den Weg -nach Hause machte. In diesem Moment, als ich mir ein Bild des uns beiden -bekannten Mörders machte, nahm ich endlich Leons hinterlistigen Zauber -wahr, doch es war zu spät.

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Während das warme Wasser Leons Kopf in der Dusche massierte, hatte er -wieder nur Rina im Kopf. Ich wusste, dass es so nicht weiter gehen -konnte. Also versuchte ich ihm auch andere Bilder der Vergangenheit zu -zeigen. Allerdings war sein Zauber zu mächtig und er konnte jedes Bild -ohne Anstrengungen abwehren. Als es an der Tür klopfte, kam er zurück -zur Realität, auch wenn es nur seine Realität war.
-»Wie lange noch, Leon? Sonst pisse ich auf den Boden hier«, scherzte -sein Mitbewohner Erwin, der von der Arbeit gekommen war.

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Erwin stürmte ins Badezimmer, sobald die Tür aufging. Mehr oder -weniger urinierte er tatsächlich auf den Boden. Und wieder einmal durfte -Leon danach sauber machen. Eigentlich hasste Leon seinen Mitbewohner. -Vor allem seit Rinas Tod mied er ihn. Doch seit einigen Tagen löste sich -der Hass auf magischer Weise auf. Ich verstand es zuerst nicht. Ohne die -Augenbinde macht natürlich alles Sinn. Leon brachte seinem Kumpel eine -Schüssel heiße Tomatensuppe zum Tisch. Erwin nahm Leons Wandel zunächst -dankend an. Nichtsdestotrotz kam an diesem Abend Erwin mit schlechten -Neuigkeiten nachhause.
-»Danke, aber ich muss etwas mit dir besprechen, Leon«, sagte Erwin in -einem ernsteren Ton. Und so setzte sich Leon auch mit einer Schüssel zu -ihm.
-»Ich komme gleich zur Sache. Da wir uns in letzter Zeit besser verstehen -und ich heute früher Feierabend hatte, wollte ich dich von deiner Arbeit -abholen kommen«, schilderte Erwin. Leon verstand direkt, worum es geht. -Er wusste aber auch, dass er das nicht verstehen sollte. Nervös fing er -an schneller zu essen mit gesenkten Blick.
-»Ich bin nicht sauer auf dich. Ich wünschte nur, dass du mir früher die -Wahrheit gesagt hättest. Wann wurdest du denn gekündigt?«, fragte Erwin. -Leon fiel ein Stein vom Herzen. Erwin servierte selber die Lüge auf dem -Silbertablett. Auch nach so vielen Jahren wagte er es nie zu bezweifeln, -ob Leon tatsächlich dort arbeitete. Vor Erleichterung brach Leon in -Tränen aus. Erwin legte seinen Arm um Leons Schulter.
-»Mensch! Das ist doch kein Weltuntergang!«, tröstete Erwin seinen Kumpel -und glaubte es ginge nur um eine Kündigung. Es ging aber auch nicht um -die Lügen gegenüber Erwin, sondern um die gegenüber Leon selber. Die -Gegenwart Erwins war die kleine Lücke in Leons Zauber, die ich sofort -ausnutzen wollte, ohne groß nachzudenken. Während die beiden anfingen -über Leons Zukunft zu plaudern, malte ich immer wieder den Kuss nach, -der die Sperre durchbrechen würde. Leon fasste sich an den Kopf. Es -schmerzte. Sein Oberteil war durchnässt vom Schweiß. Er versuchte mit -aller Mühe die Erinnerung anzukämpfen. Plötzlich haute er auf den Tisch, -warf die Schüsseln um und schubste Erwin weg. Leons Schrei entflammte -die dunkle Energie um ihn herum. Zitternd schaute Erwin von seinem in -roter Tomatensoße ertränkten Hemd hinauf zu Leons tödlichen Augen. Ich -sah keine andere Optionen und hielt es für die einzige Möglichkeit, doch -letztendlich vollendete ich die Spaltung.

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Nach einem langen Schlaf frühstückte Leon morgens alleine. Er schaute -kurz in Erwins Zimmer rein. Sein Kumpel schlief tief und fest. Leon -glaubte, dass der Arme vermutlich wegen der Suppe nicht gescheit -schlafen konnte. Irgendwas sei falsch mit ihr gewesen. Schließlich ging -es ihm selber auch fürchterlich. Also marschierte er an diesem sonnigen -Sommertag sofort zur naheliegenden Apotheke los.

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Auf dem Weg erwartete ihn jedoch eine Überraschung. Sie war die -letzte Person, die er sehen wollte. Bevor er sie sah, konnte er sich -nicht mal an sie erinnern.
-»Leon. Ich muss unbedingt mit dir reden!«, rief Tomiko. Leon drehte sich -sofort um. Niemanden hasste Leon so sehr wie Rinas Schwester. Ständig -versuchte sie das glückliche Liebespaar auseinander zu bringen. Sie war -bestimmt neidisch. Rina war schöner in den Augen aller Männer, die Augen -besaßen. Seit der Beerdigung hatte Leon Tomiko nicht mehr gesehen.
-»Du kannst mir nicht länger ausweichen!«, brüllte Tomiko. Leon lief weg -als würden die Hexer des Lichts ihn verfolgen.
-»Ich weiß, dass du es warst…und wenn du nicht mit mir redest, dann rede -ich mit der Polizei«, sagte Tomiko. Instinktiv blieb Leon stehen. Was -soll er gewesen sein? Er verstand überhaupt nicht, was sie meinte. Er -hatte das fertige Puzzle vor sich, doch er konnte das ganze Bild immer -noch nicht erkennen. Es fehlten ihm weitere Bilder für den Kontext. Nach -meinem großen Fehler, war ich mir nicht sicher, ob ich diese Möglichkeit -ausnutzen sollte. Leon drehte sich langsam um.
-»Rina! Nein!«, schrie Leon erschrocken beim Anblick von Tomiko, die -plötzlich von quälenden Flammen umgeben war und nach wenigen -Millisekunden als ein paar Milligram Asche dem Wind folgte. Was ist -geschehen? Er hörte das Lachen eines schadenfrohen Dämons. Hinter dem -Schaufenster eines abgeschlossenen Ladens grinste ein alter Mann und -spielte amüsiert mit seinen Flammen. Leon erkannte die blutroten Augen -wieder.
-»Schön dich wiederzusehen, Leon«, sagte der Mörder von Rina. Wut -entfesselte Leons Kräfte, die lange verborgen waren. Er hämmerte aufs -Glas, während der alte Mann provozierend lachte und mit nur drei -Schlägen zerschmetterte Leon das Schaufenster, woraufhin die verlorenen -Erinnerungen, die sich ihm annäherten, wieder einen Schritt zurück -machten. Mit von Hass und Mordlust aufgeladener Faust sprang Leon in den -Laden rein, um endlich seine Rina zu rächen. Doch der Mörder war nicht -mehr im Blickwinkel. Leon konnte immer noch das grässliche Lachen des -alten Mannes hören. Und dann machte es Klick. Tatsächlich war der Mann -mit den roten Augen nicht im Laden, sondern versteckte sich im -Spiegelbild.
-»Das sollte doch für den großen Hexer der Flamme keine Herausforderung -sein, nicht wahr?«, spottete er. Tatsächlich gelang es Leon den -blutrünstigen Mörder aus dem Spiegelbild herauszuziehen. Er zwang den -Mann auf die Knie. Um nun endlich Rache schmecken zu dürfen, lud er -seine Faust nochmal mit Flammen auf. Und als er auf diese Flammenfaust -blickte, durchbrach das Bild, welches ich ihm gerade malte, die Sperre -seines Zaubers endgültig. Verstummt setzt sich Leon auf den Boden und -hört mir endlich zu.
-»Halt deine verfluchte Klappe!«, brüllt der alte Herr mich an.
-»Hör nicht auf diese Labertasche. Bring mich um, Leon!«, fordert er -seine andere Hälfte auf. Doch Leon ist frei vom Zauber. Das blutige rot -vermischt sich mit dem unschuldigen blau. Leon erinnert sich an die -Wahrheit.

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Tomiko wollte schon immer Leon von Rinas Treulosigkeit überzeugen. -Eines Tages hatte sie sogar Beweise dabei. Aber auch den Fotos wollte -Leon nicht glauben. Er überprüfte die Sache auf eigene Hand. Er log, -dass er eine Woche auf Geschäftsreise gehen musste und verwandelte sich -in dieser Zeit in seine natürliche Gestalt. Als der winzige Feuerdrache -fing Leon an Rina zu verfolgen. Er fühlte sich dabei sehr schlecht, da -er Rina vertraute. Doch bereits am ersten Tag sah er den Mistkerl mit -ihr. Er verfolgte die beiden vom Park bis ins Zimmer von Rina. Ich hatte -Angst. Ich war von dunkler Energie umhüllt als Leon zusehen musste wie -Rinas Körper sich unter der Dusche an Erwins Körper wälzte und dieses -Tier ihre Lippen verschlang. Er verstand gar nichts mehr. War alles eine -Lüge? Auch ich weiß bis heute nicht die Antwort auf diese Frage. -Trotzdem wand Leon den Blick bis zum Ende nicht ab. Mit jedem Stoß baute -sich immer mehr Hass um mich herum auf und mit aller Kraft verteidigte -ich Rinas Zimmer in mir. Allerdings nahm die dunkle Energie langsam die -Form von Flammen an. Ich war zu schwach. Erwin hatte Glück gehabt. Genau -nachdem er sich mit einem Kuss von ihr verabschiedet hatte, brannte -Rinas Zimmer in mir ab. Leon verwandelte sich zurück.
-»Und ich dachte, ich wäre das Arschloch gewesen«, murmelte Leon vor sich -hin und erschrak Rina.
-»Leon? Was machst du hier?«, stotterte sie bevor Leon mit seiner -Flammenfaust auf sie einprügelte. Ich konnte ihn auch nicht mehr davon -abhalten. Er hörte nicht auf bis ihr die Hitze nicht mehr schmerzte. Ich -wagte es mit ihr zu sterben und Leon herzlos alleine zu lassen. Ich -drückte die übrig gebliebene Liebe für Rina zu mir und ich ließ nicht -los, denn auch ihr Betrug verleugnete nicht ihren positiven Einfluss auf -das Leben eines vorher brandgefährlichen Terroristen. Als Leon sich -temporär gesättigt einen Moment nahm, den Anblick der brennenden Leiche -zu genießen, konnte er nur noch weinen.

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Es tut mir leid, Leon. Vielleicht war alles mein Fehler. Verblendet -von meinem eigenen Schmerz, malte ich dir ständig die schönsten -Erinnerungen von Rina. Ich konnte nicht zulassen, dass die bittere -Wahrheit die Überhand gewinnt und deine Rage weitere Opfer hervorbringt. -Es hat uns beide geheilt. Aber du wolltest für immer in diesem Paradies -weiter leben. Deswegen hast du selber mit einem verbotenen Zauber deinen -Schmerz und deine Schuld von dir abgespalten. Du wolltest als Leon mit -den leuchtend blauen Augen den Leon mit den blutig roten Augen -vernichten und mit einem guten Gewissen sterben. In Wirklichkeit hast du -nur dich selber betrogen, da ein Teil von dir jahrelang mit dem Schmerz -alleine weiter leben musste und auf den Gnadenstoß wartete.

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Mit dem Zerfall des Zaubers ist Leon für die Hexer des Lichts wieder -sichtbar geworden. Sie treffen noch vor der Polizei ein. Hinter Gitter -wird er ohne seine magischen Kräfte verrotten. Einerseits ist sein Plan -gescheitert. Andererseits konnte der Schaden nicht verhindert werden. -Leon und ich, sein Herz, haben beide verloren.

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- - - - - - diff --git a/docs/stories/mit_gutem_gewissen.pdf b/docs/stories/mit_gutem_gewissen.pdf deleted file mode 100644 index af9216c..0000000 Binary files a/docs/stories/mit_gutem_gewissen.pdf and /dev/null differ diff --git a/docs/stories/the_fallen_dragons_of_bavaria.html b/docs/stories/the_fallen_dragons_of_bavaria.html deleted file mode 100644 index d2c4730..0000000 --- a/docs/stories/the_fallen_dragons_of_bavaria.html +++ /dev/null @@ -1,107 +0,0 @@ - - - - - The fallen dragons of Bavaria - Vithuran Vishnuthas - - - - - - - -
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Writer V2

- Vithuran Vishnuthas -
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The fallen dragons of Bavaria

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Three years ago, weeks after Robin Williams’ suicide, Kazuyuki landed -in Munich for the first time, looking forward to a new life. His -desperate need for a well-paying job and the frightening amount of -rejections forced him to accept this offer as a junior frontend web -developer for a dead cold company. Except for a few basic expressions -his mouth was empty-handed for Germany. Yet he had hope to survive. -While he nervously waited for his luggage to arrive, a beastly drunk -man, who probably hasn’t taken a shower in decades, bumped into him. He -blabbered something, which could’ve been an apology, but the young man -didn’t understand a word. Holding his breath, Kazuyuki walked away, but -the drunkard kept following him.
-»Stop! The fallen dragons of Bavaria need you! You stop, -deppad!«, he screamed. When the frightened gentleman saw his -luggage, he quickly picked it up and escaped this lunatic old man. Good -for him, but not for us.

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This weird incident remained sealed and unopened in his memories -until a year later. Almost every bit of optimism vanished in Kazuyuki’s -soul. His work wasn’t too difficult, but due to the language barrier, he -didn’t feel welcome in this humongous company. The people in his company -weren’t companions. His colleagues were friendly, but not friends. -Although the work experience in Japan wasn’t too different, this kind of -hardship in a new place lead to a depressing daily routine. The only -light in his sight was his best friend, Nisanur. She loved Bavaria and -knew everything about its people and its history. As a fellow migrant -she helped him in many ways, from learning the German language to -talking to Germans. In return, he helped her with the development of her -research website. But there was another connection between them that -they never talked about. A few days after a series of suicide bombings -in Paris, Kazuyuki was visiting the local library. For his best friend’s -birthday, he was in search of interesting information about Bavaria that -she didn’t know about. Secretly he was aware of his naivety and didn’t -expect much. Yet to his surprise, when he expressed his wish to the -librarian, who looked a few tortoises older than she already was, she -already had a black leather-bound book ready on her desk. With an -unnatural grin on her face, the lady gave it to him. Kazuyuki shook his -head as he scrolled through the book. All pages were blank.
-»This is probably not what I need«, he said with a confused smile.
-»So ein Schmarrn! You absolutely do need it. And the fallen -dragons of Bavaria need you«, she said. Instantly the developer -remembered the drunkard at the airport and the words that seemed -harmless at first now scared him to death. Who are the fallen dragons of -Bavaria? Is this something real? For a second he was lost in his -thoughts and he clung the book closer to him or maybe the book itself -clung closer to him. When he looked up, the librarian was gone. On his -way home, he was in conflict whether he should gift this topic to -Nisanur or keep it to himself. In the end he let the book collect dust -in the bottom drawer.

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None of this is in any relation to why Kazuyuki looked for online -guides on how to kill himself, a few hours after Nisanur jumped down -from the Olympia tower right in front of him and died. Why did she -commit suicide? Why did she never share any of her problems with him? -His only light in his life was gone. He was ready to enter the -everlasting darkness. The web disappointed him. He threw away his -keyboard and punched down his monitor. Instead of following these costly -perfected suicide guides for an easy painless death, he walked to the -kitchen and began sharpening a knife. His mind kept repeating Nisanur’s -last words.
-»Don’t worry about me. They’ll learn to fly again and catch me«, she -said. He tried demystifying these words over and over again without any -success until he suddenly remembered the fallen dragons of Bavaria. Is -that what she meant? He laid the sharp knife aside and went to the -living room. The moment, he opened the bottom drawer in the darkness, he -began cursing himself for not sharing the book with Nisanur. In a -magically glowing light, the title on the leather cover spelled The -fallen dragons of Bavaria. He looked through the pages, that used -to be blank, and finally discovered the guide for the revival of me and -my family. As much as it hurt that the last words of a poor mentally ill -woman created a false hope for this young man, I was glad that at least -this way he could be saved. After restless days without sleep, battling -gods, demons and even the deadly Krampus, to save us, the least -I could do for my hero, was to learn to fly again, catch the only light -in his life and return it to him.

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- - - - - - diff --git a/docs/stories/the_fallen_dragons_of_bavaria.pdf b/docs/stories/the_fallen_dragons_of_bavaria.pdf deleted file mode 100644 index 4e45497..0000000 Binary files a/docs/stories/the_fallen_dragons_of_bavaria.pdf and /dev/null differ diff --git a/docs/stories/wege_zum_tod.html b/docs/stories/wege_zum_tod.html deleted file mode 100644 index 0cf11c6..0000000 --- a/docs/stories/wege_zum_tod.html +++ /dev/null @@ -1,351 +0,0 @@ - - - - - Wege zum Tod - Vithuran Vishnuthas - - - - - - - -
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Writer V2

- Vithuran Vishnuthas -
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Wege zum Tod

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Am farbenfrohen Morgen ihres letzten Tages saß die siebzehnjährige -Hana im Blickwinkel der selbstbewussten Sonne am Isarufer in einem roten -Ballkleid. Ihre kurzen schwarzen Haare tanzten zum angenehmen Gesang des -Windes mit. Weder die zwei Möwen neben ihr, die weggeworfene Tüten nach -Essen absuchten, noch die laute Schlagermusik oben auf der -Reichenbachbrücke, weckten sie beim Tagträumen auf. In ihren chaotischen -Gedanken suchte sie nach einer Antwort auf die Frage, die in ihrem -Gehirn eingenistet war. Auf ihrem leicht geschminkten Gesicht vermehrten -sich die Fragezeichen bis kein Platz mehr übrig war und ihre natürliche -Röte das Rouge übertönte. Die Isar kicherte vergnügt.
-»Du siehst ja heute wunderschön aus. Gibt es einen speziellen Anlass?«, -fragte sie. Der Fluss, der das Leben der Münchener hin und auswendig -kennt, hat für Hana einen besonderen Platz im Herzen.
-»Ich frage mich selber die ganze Zeit warum ich es heute angezogen -habe«, beklagte Hana und fasste sich an den Kopf.
-»Hast du mal die Entscheidung nachgespielt?«, fragte die Isar. Die Sonne -musste lachen beim Anblick des verwirrten Blicks, der als eine Antwort -reichte. Gerade diese naive Leichtigkeit des Mädchens löste beim -täglichen Quatschen die ältesten Probleme der Isar auf, wenn auch nur -für den Moment.
-»Du könntest dich wieder vor deinen Kleiderschrank stellen, sodass du -die möglichen Einflüsse nochmal wahrnehmen kannst«, erklärte die Isar -ausführlicher. Konzentriert schaute Hana in die Ferne und verarbeitete -die Worte des Flusses bis sie vor Freude aufsprang und damit die Möwen -verscheuchte.
-»Das ist eine geniale Idee …Mit dem Kleiderschrank von Papa funktioniert -das auch, oder?«, fragte sie zögerlich. Der große Stern am Himmel lachte -das Kind weiter aus.
-»Wenn da das Kleid drinnen war, ja«, antworte die Isar geduldig. Sofort -machte sich Hana auf den Weg nachhause.

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Im Gegensatz zu Hana, wusste Edgar bereits, dass es sein letzter Tag -sein wird. Niemand prophezeite ihm diese Wahrheit. Es war ihm grundlos -selbstverständlich. Der Mann, der normalerweise jeden Morgen gepflegt -und vorbereitet als Erster in der Schule erschien, um etlichen Klassen -die Kunst der Mathematik einzutrichtern, spazierte unbekümmert am -Marienplatz in seinem grauen karierten Pyjama, nachdem er seinen Bauch -in seinem Lieblingslokal gefüllt hatte. Vor dem Tod wollte er noch -seinen Geldbeutel zu seinem Vergnügen entleeren. Ein Drei-Gänge-Menü zum -Frühstück sättigte zwar einen Hunger, aber nicht den anderen -Hunger. Er betrat ein kleines Modegeschäft, welches im Schaufenster eine -schwarze Lederjacke für Frauen präsentierte. Es war allerdings nicht die -Jacke, die sein Interesse gewann. Vor sich hin murmelnd studierte er -seine Frage ein, bevor er sich zur Kasse begab.
-»Guten Tag. Wie kann ich Ihnen helfen?«, fragte die Kassiererin. Die -Wörter, die ihm auf der Zunge lagen, schluckte er beim Lachen wieder -runter. Bei jedem Ansatz fing er erneut an zu lachen. Schließlich zeigte -er auf die schwarze Lederjacke.
-»Möchten Sie die Jacke kaufen?«, vergewisserte sich die Kassiererin. Er -schüttelte den Kopf.
-»Nein, aber wie viel kostet die Schaufensterpuppe?«, quietschte er aus -seinen zitternden Lippen raus bevor er sich seine Seele schlapp lachte. -Es dauerte ein wenig bis er merkte, dass weder die Kassiererin, noch die -anderen Kunden in der Schlange, seinen Humor schätzten. Dieser peinliche -Moment sollte dem sterbenden Mann eigentlich nichts bedeuten. Dennoch -stampfte er wütend raus und betrat die gegenüberliegende Boutique, wo er -tatsächlich eine Schaufensterpuppe zu einem Preis von zehn Lederjacken -kaufen durfte.

-

Etwa fünf Minuten südöstlich von ihm entfernt, bestaunte am -Viktualienmarkt eine hungrige schwarze Katze die leckeren Gerüche, die -sie allerdings nicht von ihrem Kummer ablenken konnten. Sie entschied -sich dazu nie wieder nachhause zurückzukehren. Schließlich hatte sie -niemanden mehr. Das einzige Familienmitglied, das sie wirklich Familie -nennen konnte, war der Hund. Mit dem Border Collie hatte sie jeden Tag -gespielt und jede Nacht gekuschelt. Auch wenn die Besitzer jedes Spiel -als Attentat interpretierten und immer wieder darüber diskutierten sie -wegzugeben, wurden die Wunden der depressiven Katze von ihrem besten -Freund geheilt. Nach einem unerwarteten Unfall nahm der Tod ihr -allerdings auch dieses Glück weg. Es war nicht ihre erste Begegnung mit -dem Tod. Wo immer sie auch hinging, nahm der maskierte Mann ihr die -Liebsten weg. Sie flüchtete nun nicht, weil die Besitzer ihr die Schuld -für den Tod des Hundes gaben, sondern weil sie es selber tat und sich -endgültig isolieren wollte. Eine ältere Dame, überwältigt von der -Hilflosigkeit der trauernden Katze, näherte sich vorsichtig an. Ehe die -Katze es bemerkte, lief sie auch vom Viktualienmarkt weg und suchte ein -Versteck.

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In der engen Einzimmerwohnung in der Eduard-Schmid-Straße angekommen, -bemerkte Hana als erstes, dass ihr Vater weiterhin auf dem Boden vor dem -Kühlschrank schlief und einen tödlichen Gestank annahm. Aus dem Schrank -ihres Vaters nahm sie also einen beruhigenden Lavendel Parfum und -sprühte das Flakon leer, sodass auch die Fliegen wegflogen. Dann stand -sie endlich vor dem Schrank, wie die Isar es ihr empfohlen hatte, und -wartete auf die Magie. Sie geduldete sich ein paar weitere Sekunden, -doch sie wusste immer noch nicht, warum sie das rote Kleid ausgewählt -hatte. Im Spiegel sah sie wie dreckig und unordentlich es geworden ist, -was sie beunruhigte, da es das letzte Geschenk ihrer Mutter war. Zwar -war ihr die Schule mittlerweile egal, doch zum Abschlussball wollte sie -dennoch hingehen. Nach ein paar weiteren Versuchen, wo sie kräftig in -Höchstleistung ihr Gehirn arbeiten ließ, lag sie sich erschöpft auf das -Bett hin, welches sie sich ebenfalls mit ihrem Vater teilte. -Gestreichelt von den warmen Sonnenstrahlen, schlief sie noch ein, -während der Lavendelduft noch am Leben war, und träumte von einer -schwarzen Maske.

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Bis zur Mittagsstunde verstärkte sich Edgars Selbstbewusstsein mit -jedem vermeintlich sinnlosen Einkauf. Er ließ die Schaufensterpuppe, die -seinem Ego genug gedient hatte, mitten auf der Straße liegen, sodass er -beide Hände freihatte für seine Einkaufstüten. Eine beinhaltete -zweihundertfünfzig Stück Stahlnägel, einen Klauenhammer und ein -übertrieben langes Hanfseil. In der anderen Tüte trug er einen schwarzen -Bademantel aus reiner Baumwolle und jede Menge Spielzeuge, die ihm -vorher zu teuer erschienen. Schließlich war nicht nur sein Geldbeutel -leer, sondern auch sein Konto. Am Viktualienmarkt angekommen, knurrte -sein Magen bereits. In diesem Moment hinterfragte er einige -Konsumentscheidungen. Von Stand zu Stand nahm sein Hunger zu, jedes -kindliche Lächeln verführte ihn und die Verzweiflung über den Geldmangel -für den Rest des Tages wuchs. Da bemerkte er eine junge Dame, deren -Designerklamotten und Goldschmuck laut und deutlich nach Wohlstand -schrien. Unauffällig fing er an sie zu verfolgen. Ständig überprüfte er -die Menschenmenge um sich herum. Die Straßen waren an diesem -wunderschönen Sommertag überfüllt. Die Sonne beobachtete das Geschehen. -Sie rief den Regen und das Gewitter herbei.
-»Hinterfrage nicht deinen Willen. Du hast es verdient«, flüsterte sie -Edgar zu, bevor sie sich verabschiedete. Sofort wurde es leerer und auch -die Frau, überrascht wie alle anderen, lief schneller. Edgar verfolgte -sie weiter bis sie in einem Fußgängertunnel stehen blieb und das -Unwetter abwartete. Er entpackte das Seil vorsichtig und näherte sich -ihr an als sie sich plötzlich umdrehte.
-»Das Wetter ist heutzutage ein wahres Hexenwerk, nicht wahr?«, sagte sie -und schaute wieder raus ohne das Seil in seinen Händen bemerkt zu haben. -Schockiert und erleichtert in derselben Sekunde wartete Edgar nicht -länger und brachte das Seil um ihren Hals, um sie zu erwürgen, doch ein -wütender Schrei eines Mannes und dessen Schritte hinter ihm, bezwangen -seinen Mut. Er schubste die Dame auf den Boden und lief weg. All seine -Einkäufe ließ er liegen und dabei bemerkte er nicht einmal, dass die -schwachen Beine des alten Mannes ihn längst nicht mehr verfolgten.

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In einem ihr unbekannten Gebiet irgendwo in der Isarvorstadt -versteckte sich die schwarze Katze unter einem Auto. Auch wenn die Kälte -den Kampf gegen den Hunger schwieriger machte, fühlte sie sich im Regen -wohler. Das traurige Wetter reflektierte ihre Gefühlslage haargenau und -die leeren Straßen dämpften ihre Angst. Eigentlich wollte die Katze -nicht einsam und alleine sein. Ihr ganzes Leben war sie auf der Suche -nach Liebe und Zuneigung. Doch diese zu verlieren, schmerzte ihr mehr. -Sie war darauf eingestellt bis zu ihrem Tod zu verhungern bis auf einmal -eine dunkle Hand einen Napf mit Katzenfutter zu ihr stellte. Das kluge -Tier war nicht dumm. Natürlich war es eine Falle. Allerdings konnte sie -dem Geruch vom Huhn mit Distelöl nicht lange widerstehen. Nach einigen -Minuten verlor sie die Geduld und genehmigte sich das Futter anzunehmen. -Hastig verschlang sie eine Portion und genoss jeden Bissen. Als der -Selbstlose den Napf nachfüllte, konnte sie ihn identifizieren und wich -sofort zurück.
-»Bitte lass mich in Ruhe«, miaute sie und ließ den maskierten Mann -enttäuscht im Regen stehen. Wenn er weinen könnte, würde er es tun, -während er über die früheren Begegnungen mit der Katze dachte. Die -Sirenen eines Krankenwagens in der Nähe führten ihn zurück zu seiner -Arbeit.

-

»So einfach kann man sein Leben verschwenden«, war der erste Gedanke -als Hana nachmittags aufwachte, nachdem die Türklingel endlich in ihren -Ohren angekommen war. Sobald sie die Tür aufmachte, blickte die -Nachbarin mit tränenden Augen zur Leiche und nahm Hana in die Arme. Mit -einem Taschentuch hielt sie sich die Nase zu und beugte sich runter zu -Hanas toten Vater.
-»Jetzt verlässt du das arme Kind auch noch. Du musstest -unbedingt dein ganzes Leben bis zum Tod mit Alkohol und Tabak -verschwenden«, weinte die Grauhaarige und führte anschließend Hana zu -ihrer Wohnung. Diesen Worten entnahm das Mädchen einen großen Hinweis. -Der Weg zur Lösung leuchtete und auf einmal war alles einfach.
-»Ruh dich hier aus, Schätzchen«, sagte die Nachbarin bevor sie sich dem -Telefon wand. Der Tod des Vaters bereite der Tochter keinen Kummer. -Stattdessen beschäftigten sich ihre Gedanken mit der endlich vollendeten -Magie in ihrem Kopf.
-»So einfach kann man sein Leben verschwenden«, wiederholte sie. Ihre -Frage hatte eine Antwort gefunden. Sie erinnerte sich für wen sie das -rote Kleid angezogen hat. Auch nur der Gedanke an diese tiefe, -beruhigende Stimme, die sie gestern im Schlaf gehört hat, zersprengte -fast ihren Körper, der mit Lust überfüllt war. Das Mädchen machte sich -einen Bild von ihrem Traummann, der als einziger groß und breit genug -war, um ihre versteckten Sorgen warm zu empfangen. Seine Wucht und -Dominanz würden jede Nacht ihre Unsicherheiten auslöschen. Nicht mal -seinen, von der schwarzen Maske überdeckten, Blick würde sie mit einer -anderen Frau teilen wollen. Er gehörte ihr ganz alleine. Für ihn musste -sie die Schönste sein. Einerseits konnte sie nicht glücklicher sein. -Andererseits bereitete ihr der Zustand ihres Kleids umso mehr Sorgen. -Begleitet von Blitz und Donner machte sich Hana erneut auf den Weg zur -Isar, um ihr von ihrem baldigen Partner zu erzählen. Es war der Tod.

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Geplagt von den Enttäuschungen, die seine hohen Erwartungen für -diesen letzten Tag, zertrümmerten, vergoss Edgar auf der -Reichenbachbrücke wütende Tränen, die gemeinsam mit den Regentropfen in -die Isar platschten. Am letzten Tag wollte er vergessen und nicht -zurückhalten. Sein ganzes Leben unterrichtete er seinen Klassen, dass -die Mathematik, trotz ihrer Macht und Richtigkeit, nicht alles -beantworten konnte. Stets glaubte er an die Lücke im Determinismus und -an die menschliche Fähigkeit den gutherzigen Weg zu wählen. Jedoch stieg -seine verbotene Lust in gleichen Zügen. Als ihm schließlich bewusst -wurde, dass er seinen letzten Tag erleben werde, fiel es ihm zu einfach -den Glauben an einen Sinn der Moral zu verlieren. Noch war der Tag der -Freiheit nicht zu Ende. Auch beruhigte ihn das Verständnis der Sonne. -Allerdings fragte er sich, ob sie denn seinen tatsächlichen Willen -kannte. Blitzschnell fand er darauf eine Antwort als er einem Blitz -ausweichen musste.
-»Die Königin weiß alles. Du sollst keine Angst haben«, zischte ein -blauer Bote und verschwand. Die schwarze Katze, die an ihm vorbeiging, -war zu verblendet von seiner Trauer, um seine unkontrollierbar steigende -Wut zu sehen. Vielleicht verlor er ebenfalls einen Freund fürs Leben. -Der Versuch, sich nicht in den möglichen Geschichten hinter diesem -langen Gesicht zu verlieren, scheiterte nach wenigen Schritten. Sie -blieb stehen. Die Katze versuchte weiter zu gehen, doch ihr Herz befahl -ihr, ihm Gesellschaft zu leisten. Nicht zum ersten Mal gab sie aufgrund -des Dranges, einer Person in Not helfen zu müssen, ihre Sturheit auf. -Langsam kuschelte sie sich an das Bein und weckte damit Edgar von seinen -beängstigenden Träumen auf. Beim ersten Kontakt spürten beide die Leere -des Gegenübers. Die liebevollen grünen Augen der Katze durchdrangen das -Herz des Mannes und konnten ihn für einen kurzen Augenblick von seinem -Wahnsinn ablenken. Sie miaute zitternd nach seiner Aufmerksamkeit. Er -hockte sich auf den nassen Boden hin und seine Krauler vom Kinn bis zum -Ohr wurden mit dem beruhigenden Schnurren belohnt. Beim Wunschgedanken, -der Katze etwas zu kaufen, erinnerte er sich an seine Situation und -letztendlich gewann der Wahnsinn wieder die Oberhand als ausgerechnet in -diesem Moment eine ehemalige Schülerin in einem roten Kleid in sein Auge -fiel.
-»Hana, was machst du hier? Zieh dir doch wenigstens eine Jacke an«, -sagte die Isar, die ohnehin von einer Nachricht der Sonne bedrückt war, -als die Träumende im nassen, teilweise zerrissenen Kleid zu ihr -angerannt kam. Ihre Augen waren weit aufgerissen. Die Breite ihres -Lächelns ignorierte die Grenzen ihres Gesichts.
-»Es ist der Tod, Isar. Ich habe die Antwort gefunden. Für den charmanten -maskierten Mann habe ich das schöne Kleid angezogen«, rief Hana -überwältigt von ihrer Sehnsucht. Die Isar wich zurück.
-»Isar? Was ist denn? Kennst du etwa den Tod?«, fragte das junge Mädchen. -Der Fluss schwieg.
-»Machst du dir Sorgen wegen meinem Kleid? Wird es ihm nicht gefallen?«, -fragte Hana. Nachdem sie keine Antwort erhalten hat, dachte sie kurz -nach und plötzlich fing sie an den roten Stoff in Fetzen zu zerreißen -bis die Regentropfen gierig an ihrer nackten Haut klebten und sie -küssten. Mit dieser Reaktion hatte die Isar nicht gerechnet. So kannte -sie Hana gar nicht. Sie wütete kreuz und quer, nachdem sie nun ihre -einzige Ablenkung von der demütigenden Arbeit verloren hatte.
-»Sieh mich an. Das wird ihm doch sicher gefallen. Jetzt muss ich ihn nur -noch hierher bringen«, lachte Hana und bemerkte bei ihrem Freudentanz im -Regen nicht die hungrige Bestie hinter ihm. Alle falschen Gedanken, die -Edgar jahrelang in den Unterrichtsstunden unterdrückte, strömten von der -Kammer im Gehirn zu seinem spitzen Schwert zwischen den Beinen runter. -Aus seinem Mund goss der Überfluss an Lust hinaus. Auch er entkleidete -sich und schärfte seine Klinge. Die Katze, die ihm folgte, sah den -Wandel nicht kommen. Wieder einmal bestrafte das Leben ihren hart -erkämpften Glauben an eine bessere Zeit. Sie befürchtete die Ankunft -einer ungewollten Bekanntschaft und so drehte sie sich um bevor sich -Edgar auf seine Beute stürzte. Das wilde Tier packte Hana von hinten und -warf sie auf den Boden. Er verschlang genüsslich den Nacken, ging den -Rücken entlang runter und hielt mit aller Kraft ihren Mund zu. Wenn auch -kein Wort von ihrer kleinen Freundin kam, reichten die Laute der Bestie -aus, die Isar zu alarmieren. Sie sammelte ihre Kraft als Edgar Hanas -Wundpunkt abtastete, um sie zu erstechen, doch erschrak sich beim -Einschlag eines Blitzes.
-»Du hältst dich erstmal raus«, übermittelte der Bote den Befehl der -Königin und instinktiv blieb der Fluss stehen.
-»Mama! Papa soll aufhören! Sag Papa, dass er aufhören soll!«, schrie das -arme Mädchen, dass Edgars haarigen Finger weg biss, während das Schwert -einstach. Diese Worte verdeutlichten mit der Nachricht der Sonne -zusammen die Befürchtungen der Isar, die den Schmerz, nichts tun zu -können, verschlimmerten. Sie musste zusehen wie Edgar seine Waffe -hineindrückte. Der ewig blockierte Weg zum Glück war für Edgar geöffnet. -Er wollte mehr und stach weitere Male ein in das hilflose Opfer, das mit -diesen Niederlagen schon siebzehn Jahre lang vertraut war. Nichts hielt -Edgars Rausch auf bis er in seiner linken Pobacke einen Biss spürte. Es -war ein winziger, aber deutlich störender Schmerz. Als er endlich -aufstand, war sein mächtiges Schwert zu abgeschwächt und verlor den -Kampf gegen die Krallen der schwarzen Katze. Die Enttäuschung in den -grüngelben Augen hinterfragten den Wert seiner Befriedigung. Ein -erneuter Angriff zwang ihn zu Boden. Sein letzter Gedankenschritt -bemerkte die Kurzfristigkeit seines heiß erwarteten Glücks. Hana -schnappte den nächsten handgroßen Stein und zerschmetterte damit das -Schwert endgültig. Während ihr Gehirn alte Erinnerungen verarbeitete, -demolierte sie Edgars Gesicht. Das Blut spritzte auf das schwarze Fell -und wie er es erwartet hatte, lebte der einst begeisterte Mathelehrer -seinen letzten Tag zu Ende. Wer genau lauschte, konnte das Lachen der -Sonne hören. Hana hörte aber nicht auf. Die Katze spürte einen kalten -Schauer über den Rücken laufen, als Hana aus dem Nichts wahnsinnig -glücklich lachte. Mittendrin änderte sich ihre Motivation hinter den -Schlägen. Und wie sie es sich erhoffte, umfasste eine große dunkle Hand -ihre Taille und trug sie zur Seite.
-»Es reicht«, sagte die riesige Gestalt und setzte sich zur Leiche hin. -Seine erdnahe Stimme berührte Hanas Wundpunkt zärtlich und heilte die -Schmerzen. Die Schwertscheide war überzeugt endlich das richtige Schwert -gefunden zu haben. Der maskierte Mann übertraf Hanas Vorstellungen. -Selbst im Sitzen war er doppelt so groß wie sie und seine breiten -Schultern hätten für sie ein Bett sein können. Der Bau des Todes war -nicht mit Männern zu vergleichen. Während der Tod nach einem passenden -Stein suchte, malte sich das Mädchen alle möglichen Bilder ihrer Zukunft -mit ihm aus.
-»Du hattest gestern und auch gerade eben deine Gründe. Aber du musst -aufhören, Kind«, erzählte er vor sich hin und übertrug die Seele Edgars -in einen Stein. Die Isar war überrascht und verwirrt. Sonst hatte der -Tod noch nie seine Meinung zu einem Mörder geäußert und das sollte er -auch nicht. Umso überraschter war sie, als Hana den Tod von hinten -bekletterte und umarmte. Doch sofort warf er sie zur Seite.
-»Tut mir leid, aber das kannst du nicht machen«, sagte er.
-»Nein, entschuldige dich nicht. Schubs mich. Stoß mich. Schlag mich tot -und nimm mich mit«, antwortete sie und bekletterte ihn von vorne. Sie -drückte sein Gesicht in ihren blutbeschmierten Bußen und versuchte dabei -seine Maske abzunehmen und wieder warf er sie zur Seite, aber erheblich -rücksichtsloser.
-»Dummes Kind! Red keinen Unsinn«, schimpfte er. Er nahm seinen Umhang ab -und wickelte sie darin ein. So sehr auch diese kalte Wärme ihren Körper -erregte, fühlte sie sich diesmal vom Charme des Todes beleidigt.
-»Das ist kein Unsinn. Töte mich sofort und nimm mich mit. Ich will dich -jede Nacht in mir spüren«, schmollte das Kind zunächst vor sich hin bis -sie den Zorn des Todes spürte. Seine Aura vergrößerte sich und nahm eine -unausgeglichene Farbe an, mit der nicht einmal die Isar bisher vertraut -war. Hana bekam Angst und ehe der Regen sich langsam zurückzog, waren -auch ihre Tränen zu sehen, jedoch reichte es nicht aus, ihren fest -verbauten Wunsch im Herzen abzuschrecken. Sie wartete weiter auf den -Todesschlag. Vermeintlich unbekümmert schloss der maskierte Mann die -Übertragung der Seele ab, bevor er anschließend den Stein in die Isar -warf. Der letzte Blitz schlug neben ihr ein. So schwer es ihr auch fiel, -schleuderte die Isar sich schwungvoll auf ihre kleine Freundin schneller -als es der Tod merken konnte und entführte sie ins Wasser. Auch Hana, -qualvoll von der Isar erwürgt, konnte sich vom Wahnsinn in ihren letzten -Sekunden befreien, als es schon zu spät war. Machtlos fiel der maskierte -Mann auf die Knie und beneidete die Lebenden um die Fähigkeit zu -sterben.
-»Ich kann nichts machen. Ich kann es nicht stoppen, liebe Katze. Es tut -mir leid«, weinte der Tod ohne Tränen.
-»Nein. Entschuldige dich nicht. Du tust mir leid«, sagte sie -und legte sich neben ihm auf den Rücken. Verhungernd und erschöpft vom -Kampf besaß sie ebenfalls nicht die Kraft zu weinen. Er kraulte ihr den -Bauch und wartete auf den Sonnenaufgang bis er zu guter Letzt der -beschämten Isar die Seele der schwarzen Katze übergab.

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