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Er trat gegen den Trinkbrunnen, warf Möbeln um und schlug kräftig das Kellerfenster zu, um den Lärm der wütenden Meute draußen auszuschalten. Nun war es still, doch innerlich war es ihm immer noch zu laut. Flammen loderten in ihm. Er pustete nur einmal das Scheitholz im Kamin an, rückte seinen roten Sessel zu mir und versuchte sich zu entspannen mit dem warmen Duft der Birke in der Nase. Auch das aggressive Klopfen an der Wohnungstür oben versuchte er zu ignorieren. Er zwang seine Mundwinkel zu einem Lächeln hoch.<br>»Du bist noch da für mich, oder?«, fragte er mich. Ob ich für ihn noch da bin? Ich wusste das nicht. Was er mit un serer wundervollen schwarzen Katze angerichtet hat, war ein Grund wert ihn endgültig abzustoßen. Ich musste kein Wort sagen, um ihn meine Gefühlslage verstehen zu lassen. Sogar seine Hände hassten ihn. Diese langfingrigen Bestien zogen an seinen grauen Haaren so lange bis sie einen Haarschopf herausreißen konnten. Anschließend zerkratzten sie ihm die Augen bis er nur noch Blut weinte. Trotzdem grinste er weiter.<br>»Du solltest öfter lächeln«, sagte man ihm ständig. Nur die Katze und ich wussten wie schwer ihm die Suche nach einem ehrlichen Lächeln fiel. Ich fragte mich, ob die Katze ihm an meiner Stelle vergeben hätte. Er schüttelte den Kopf.<br>»Kannst du mich an ihrer Stelle schlagen?«, fragte er mich. Es stand ihm ins Gesicht geschrieben, dass sein Durst nach Schmerzen nicht gestillt war. Ich konnte ihm nichts anrichten. Er fing an zu zittern und plötzlich schlug er sich selber zusammen als würden diese Hände wem anders gehören. So habe ich mir das Ende nicht vorgestellt. Ich wurde vor Wut rot. »Mach doch etwas! Bring mich endlich um!«, schrie er mich an. Nein, ich wollte ihn aufhalten. Was sollte ich tun? Ehe ich reagieren konnte, trat er auf mich ein. Ich konnte mich nicht wehren. Ich dachte an seine Freunde und seine Familie. Sie wussten nichts vom Monster, welches er in sich versteckt hielt. Ich musste ihn aufhalten, um den Stich ins Herz der Menschen, die wir beide liebten, zu verhindern. Doch auch als er schließlich mit einer Scherbe des kaputten Spiegels seine Kehle aufschlitze, habe ich beschämend geschwiegen.</p> + <p class="story-text"><p>Er stoß die Tür zu, stampfte wütend die knirschende Holztreppe runter +und in seinem kleinen Keller angekommen starrte er mich an. Die frischen +Blutflecken auf seinem weißen Anzug verstummten mich. Auf seinem blassen +vertrockneten Gesicht flossen die Tränen ununterbrochen in Bahnen +runter, nachdem der Weg jahrelang blockiert gewesen war. Hinter seinen +Augenringen konnte man die normalerweise großen schwarzen Pupillen kaum +noch erkennen. Ich sah aber genug, um den Hilfeschrei zu hören. Er trat +gegen den Trinkbrunnen, warf Möbeln um und schlug kräftig das +Kellerfenster zu, um den Lärm der wütenden Meute draußen auszuschalten. +Nun war es still, doch innerlich war es ihm immer noch zu laut. Flammen +loderten in ihm. Er pustete nur einmal das Scheitholz im Kamin an, +rückte seinen roten Sessel zu mir und versuchte sich zu entspannen mit +dem warmen Duft der Birke in der Nase. Auch das aggressive Klopfen an +der Wohnungstür oben versuchte er zu ignorieren. Er zwang seine +Mundwinkel zu einem Lächeln hoch.<br /> +»Du bist noch da für mich, oder?«, fragte er mich. Ob ich für ihn noch +da bin? Ich wusste das nicht. Was er mit unserer wundervollen schwarzen +Katze angerichtet hat, war ein Grund wert ihn endgültig abzustoßen. Ich +musste kein Wort sagen, um ihn meine Gefühlslage verstehen zu lassen. +Sogar seine Hände hassten ihn. Diese langfingrigen Bestien zogen an +seinen grauen Haaren so lange bis sie einen Haarschopf herausreißen +konnten. Anschließend zerkratzten sie ihm die Augen bis er nur noch Blut +weinte. Trotzdem grinste er weiter.<br /> +»Du solltest öfter lächeln«, sagte man ihm ständig. Nur die Katze und +ich wussten wie schwer ihm die Suche nach einem ehrlichen Lächeln fiel. +Ich fragte mich, ob die Katze ihm an meiner Stelle vergeben hätte. Er +schüttelte den Kopf.<br /> +»Kannst du mich an ihrer Stelle schlagen?«, fragte er mich. Es stand ihm +ins Gesicht geschrieben, dass sein Durst nach Schmerzen nicht gestillt +war. Ich konnte ihm nichts anrichten. Er fing an zu zittern und +plötzlich schlug er sich selber zusammen als würden diese Hände wem +anders gehören. So habe ich mir das Ende nicht vorgestellt. Ich wurde +vor Wut rot.<br /> +»Mach doch etwas! Bring mich endlich um!«, schrie er mich an. Nein, ich +wollte ihn aufhalten. Was sollte ich tun? Ehe ich reagieren konnte, trat +er auf mich ein. Ich konnte mich nicht wehren. Ich dachte an seine +Freunde und seine Familie. Sie wussten nichts vom Monster, welches er in +sich versteckt hielt. Ich musste ihn aufhalten, um den Stich ins Herz +der Menschen, die wir beide liebten, zu verhindern. Doch auch als er +schließlich mit einer Scherbe des kaputten Spiegels seine Kehle +aufschlitzte, habe ich beschämend geschwiegen.<br /> +</p> +</p> </main> <footer> |
